FC Wettingen Historie Autor: Claude Nowak
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Die Junioren des FC Wettingen waren damals im Kanton Aargau eine echte Macht. Walter Suter organisierte jedes Jahr ein Schülerturnier und beobachtete alle Spiele, um junge Talente zu entdecken. Auch ich fand auf diesem Weg den Einstieg beim FC Wettingen. Damals waren die Jüngsten die C-Junioren; erst später kamen Piccolo-, F- und D-Junioren hinzu. Zu jener Zeit gewannen die C1- und B1-Mannschaften des FC Wettingen meist die kantonale Meisterschaft. Auch ich durfte mit der B1 den Aargauer Meistertitel feiern. Gespielt wurde damals zudem noch hinter dem Rathaus auf dem Brühlplatz. Auf dem Foto ist auch Ermano Zanchi (zweiter von rechts, kniend) zu sehen, der später einige Jahre in der Nationalliga A spielte.
Walter Suter organisierte zudem jedes Jahr in den Sommerferien ein Trainingslager in Ägeri. Dort konnte man sich für die nächsthöhere Mannschaft empfehlen. Am Vormittag wurde in Gruppen trainiert, und am Nachmittag spielten täglich neu zusammengestellte Mannschaften gegeneinander.
Nach den B-Junioren schaffte ich den Sprung in die Inter-A-Mannschaft, wo ich unter anderem mit Franz Peterhans (später Servette, Young Boys, FC Zürich, FC Wettingen), Röbi Baldinger (FC Basel, FC Aarau, FC Baden) und Roli Huber (FC Wettingen, FC Aarau) spielte. Da es noch keine U-Mannschaften gab, war der FC Wettingen eine wichtige Talentschmiede für zahlreiche Fussballer. Es gab zwei Gruppen in der Schweiz, und wir spielten gegen grosse Vereine wie Basel, GC, Zürich, Luzern, St. Gallen oder Lugano. Es war für uns jeweils ein grosses Erlebnis, in den grossen Stadien antreten zu dürfen.
Über Pfingsten nahmen wir jeweils an einem internationalen Turnier in Amsterdam teil, wo wir gegen englische, deutsche und holländische Mannschaften spielten. Auf einem Bild bin ich im Zweikampf mit einem Engländer zu sehen; einige Spieler dieses Teams hatten bereits einen Profivertrag in der Tasche. Auf den Bildern sind auch Franz Peterhans, Roli Huber und Röbi Baldinger zu sehen.
Nach meiner Juniorenzeit durfte ich unter Paul Stehrenberger (damals Nationalliga B) an einigen Trainings und Freundschaftsspielen der ersten Mannschaft teilnehmen. Leider machten mir die Rekrutenschule und anschliessend die Unteroffiziersschule einen Strich durch die Rechnung. Als ich danach zurückkehrte, musste ich den Anschluss in der damaligen zweiten Mannschaft wieder finden. Diese war mit Spielern besetzt, darunter auch ehemalige 1.-Liga-Spieler aus Zürich, die die zweite Mannschaft nicht als grosse Herausforderung betrachteten. Wir trainierten zwar vor allem zum Spass, doch die Qualität reichte aus, um 2.-Liga-Vizemeister sowie Aargauer Cupsieger zu werden. Die 2. Liga war damals noch die vierthöchste Spielklasse. Nach dieser Saison fiel die Mannschaft jedoch auseinander, da viele Spieler nicht in einer zweiten Mannschaft spielen wollten.
Mich zog es deshalb zum FC Turgi, mit dem ich bereits im ersten Jahr den Aufstieg von der 2. in die 1. Liga schaffte. Im Schweizer Cup spielten wir damals gegen Wettingen und verloren knapp mit 2:1. (Beigefügt ist ein Bild dieses Spiels, auf dem ich im Zweikampf mit Roland Rehmann zu sehen bin – ehemaliger GC-Junior, FC Wettingen, FC Chiasso.)
In jener Zeit ging jeder Spieler einer Vollzeitbeschäftigung nach, und in der 1. Liga wurden keine Saläre bezahlt. Wir spielten aus Freude am Fussball. Gelegentlich wurden wir zum Essen eingeladen, und zumindest Schuhe, Trainingsanzüge und Sporttaschen erhielten wir gratis. Als ich Franz Peterhans vor ein paar Jahren wieder traf, meinte er: «Heute ist der Fussball viel schneller und professioneller und nicht mehr mit unserer Zeit zu vergleichen. Aber wenn wir mit unserem Talent die gleichen Möglichkeiten wie die heutigen Jungen gehabt hätten, würden wir auch auf diesem Niveau spielen.»












